Dieser Blogbeitrag ist in ähnlicher Fassung am 13. April 2017 auf meinem alten Blog erschienen. Ich habe ihn erneut aufgearbeitet.

Nach 2 Wochen in Sydney wurde es im Dezember 2016 Zeit, mehr von Australien zu erkunden. Was folgte war mein erster wirklicher Roadtrip im Leben, mein erster Roadtrip in Australien, und ich hatte noch vieles zu lernen.

In diesem Artikel beschreibe ich die Route, die wir von Sydney nach Melbourne genommen haben und gebe euch ein paar Tipps für den Weg mit. Außerdem verrate ich dir die Campingplätze die wir besucht haben.

Tag 1: Sydney – Blue Mountains

Nachdem ich meinen Van gekauft habe waren noch einige bürokratische Dinge zu erledigen: ummelden, Versicherung abschließen usw. und natürlich alles etwas nach meinen Bedürfnissen herrichten. Aber dann konnte es endlich losgehen. Da es bereits später Nachmittag war, sind wir Richtung Blue Mountains gefahren (im Feierabendverkehr ist es auch kein Spaß aus Sydney rauszufahren, vor allem nicht das erste Mal im Linksverkehr) und haben dort auf so ziemlich dem ersten kostenlosen Campingplatz halt gemacht („Red Bulls Reserve„). Dieser war sogar mit Duschen und Toiletten ausgestattet – wie ich im Nachhinein sagen kann: Luxus! Da es leider geregnet hat sind wir ziemlich bald im Van schlafen gegangen. Und im Vergleich zu dem kleinen Sofa auf dem wir die zwei Nächte zuvor verbracht hatten, war der Van echt super geräumig und bequem!

Mein erster Campingplatz in Australien – Red Bulls Reserve

Tag 2: Blue Mountains

Am nächsten Morgen sind wir nach Wentworth gefahren und haben dort eine Wanderung zu den Wentworth Falls gemacht. Ursprünglich wollten wir nur eine kleine Runde laufen, haben dann aber doch die komplette Runde (National Pass) gemacht und waren den ganzen Nachmittag unterwegs – bergauf, bergab, unendlich viele Stufen, aber letztendlich haben wir es geschafft! Gestartet sind wir an der Falls Picnic Area, dann sind wir zu den Wasserfällen gelaufen und von dort aus dem National Pass Richtung Conservation Hut gefolgt, wobei wir fantastische Ausblicke in die Blue Mountains hatten! An der Conservation Hut haben wir uns erstmal etwas richtig gutes zu Essen gegönnt und sind dann über den „Shortcut Track“ zurück zur Falls Picnic Area gewandert. Dämlicherweise habe ich mein Licht am Auto angelassen und wir mussten dann erstmal jemanden finden, der uns überbrücken konnte. Ein junges australisches Päärchen hatte Gottseidank ein Überbrückungskabel im Auto und konnte uns hier aushelfen. Nach dieser Action sind wir dann zu einem Campingplatz gefahren, den eine Freundin mir empfohlen hatte – Old Ford Reserve in Megalong. Mitten im Nirgendwo, ohne Duschen und lediglich „Dump Toiletten“ (mit Waschbecken, auch nicht selbstverständlich), aber mit unglaublicher Aussicht auf die Blue Mountains.

Wentworth Falls – da es mitten Australien war, ist leider nicht so viel Wasser den Berg hinuntergerauscht

Tag 3: Three Sisters

Nach einem eher enttäuschenden Abstecher zu den legendären „Three Sisters“ am nächsten Tag, sind wir dann wieder zurück Richtung Küste weiter, da wir uns dazu entschieden hatten, am Meer entlang Richtung Melbourne zu fahren.

Warum die „Three Sisters“ so enttäuschend waren? Der Ausblick vom Aussichtspunkt war fantastisch, das wars aber auch schon. Da Samstag war, war es komplett überlaufen, es waren also unglaublich viele Menschen und mindestens genauso viele Stechmücken unterwegs. Das gepaart mit Muskelkater von der spontanen, stundenlangen Wanderung am Tag vorher hat uns irgendwie den Spaß an der Sache genommen, sodass wir recht bald beschlossen Richtung Küste zu fahren und uns mit Strand und Meer zu belohnen.

Unser Campingplatz für die Nacht war am Rande eines Sportplatzes in Jamberoo („Kevin Walsh Oval„). Dieser war schon fast voll für die Nacht, aber wir haben dann doch noch einen Parkplatz zwischen all den anderen Vans und Campingwägen gefunden.

Die Three Sisters in den Blue Mountains

Tag 4: Murramarang National Park

Am nächsten Morgen wollten wir in Ruhe frühstücken, allerdings haben uns die Millionen Fliegen so sehr genervt, dass wir da nicht länger bleiben wollten. Es gab auch keine Duschen an diesem Campingplatz und nach den Wanderungen an den Tagen zuvor war eine Dusche echt nötig. Also sind wir nach Kiama gefahren, wo es einen wunderschönen Rock Pool mit öffentlichen Duschen gibt. Dort haben wir geduscht und dann auf dem Parkplatz am Meer gefrühstückt, wo wir von den Fliegen verschont geblieben sind.

Auf der Suche nach einem für uns passenden, kostenlosen und mit dem Van erreichbaren Campingplatz sind wir dann ein bisschen im Murramarang National Park herumgeirrt, und haben uns letztendlich für das North Head Camp entschieden. Mitten im Wald, aber auch direkt am Strand. Dort sind wir dann das erste Mal verschiedenen australischen Tieren wie Kängurus und Opossums Auge in Auge gegenüber gestanden.

Mein erstes Känguru!!

Tag 5: Cobargo

Nach einer kurzen Morgensession am Strand sind wir am nächsten Tag weiter Richtung Süden gefahren. Gegen Nachmittag haben wir uns einen Rastplatz an der Autobahn gesucht und wollten uns dort niederlassen. Nach etwas Smalltalk mit einer älteren australischen Dame wurde uns ein Pub weiter im Süden empfohlen, wo man kostenlos auf dem Parkplatz übernachten kann und gegen eine geringe Gebühr die sanitären Einrichtungen nutzen darf. Nach kurzer Diskussion und weil es noch nicht dunkel war, sind wir dann nach Cobargo weiter gefahren. Da wir uns für die Scenic Route anstatt für die Autobahn entschieden hatten, haben wir unterwegs tolle Ausblicke gehabt!

Der Pub in Cobargo war sehr nett, ich hatte dort einen echt guten Burger und ein Bier zum Abendessen und konnte dank WLan etwas an meinem Blog weiterschreiben.

Scenic Route auf dem Weg in den Süden

Tag 6: Lake Tyers

Am nächsten Morgen sind wir an die Küste nach Bermagui gefahren, wo ein wunderschöner Rock Pool ist. Dort haben wir gefrühstückt und sind eine Runde geschwommen.

Leider haben sich an diesem Tag alle weiteren Pläne geändert (geplant wären zwei Wochen Roadtrip gewesen und anschließend Weihnachten und Silvester in Melbourne bzw. in Venus Bay), sodass wir relativ zeitig aufgebrochen und anstatt nach Canberra direkt Richtung Südwesten und Richtung Melbourne gefahren sind.

Einen letzten Stopp haben wir in Lake Tyers gemacht, wo hinter einem Pub einige Cabins (gegen Gebühr) und kostenlose Stellplätze mit Duschen und Toiletten zur Verfügung standen. Nach kurzer Absprache mit dem Besitzer fanden wir einen Platz für den Van, an sich war der Platz aber schon relativ voll. Eine Nacht kostenlos dort zu bleiben ist kein Problem, ab zwei Nächten meinte der Besitzer finden wir schon eine Lösung. Den Campingplatz kann ich für einen Roadtrip von Sydney nach Melbourne oder in die andere Richtung absolut empfehlen, da dort alles gegeben ist was man braucht.

Leider hat es an diesem Abend recht bald das Regnen angefangen, sodass wir wieder zeitig in den Van schlafen gegangen sind.

Rock Pools in Bermagui

Tag 7: Melbourne

Nach einer Woche auf der Straße sind wir in Melbourne angekommen, wo ich dann alleine ins Habitat HQ Hostel eingecheckt bin, um neu zu planen, vor allem da Weihnachten und Silvester vor der Tür stand und ich für die Tage noch ja nun doch keinen genaueren mehr Plan hatte.

Mein Fazit zu dem Roadtrip von Sydney nach Melbourne

  • Mückenspray und alles was Mücken fernhält ist in Australien wirklich unabkömmlich!
  • Eine Woche reicht für die Strecke vollkommen aus, mehr Zeit braucht man eigentlich nicht einzuplanen. Meiner Meinung nach genügen auch drei Tage völlig, um stressfrei von Sydney nach Melbourne zu fahren. Wer es eilig hat, schafft es auch an einem Tag.
  • Es gibt einige Scenic Drives am Meer entlang, die an der Autobahn angeschrieben sind und die man auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn man Zeit hat. Denn an der Autobahn sieht man nicht wirklich viel.
  • Auf den Campingplätzen ist es immer gut mit den Australiern in Kontakt zu treten, da diese oft super Tipps für die Umgebung oder die weitere Strecke haben. Wir wären vermutlich nie nach Kiama bzw. Bermagui zu den Rock Pools oder nach Cobargo auf den Parkplatz hinter dem Pub gefahren, wenn uns das nicht empfohlen worden wäre.
  • Die App „Wikicamps“ ist wirklich gold wert. Nach einer zweiwöchigen kostenlosen Testphase kostet sie um die 6 €. Dort findet man alle kostenlosen (und auch nicht kostenlosen) Campingplätze, kostenlosen Duschen, besondere „Points of interest“, welche bereits von anderen Reisenden bewertet sind, und vieles mehr.
  • Egal wie, egal mit wem, Roadtrips haben immer etwas abenteuerliches und sollte man in Australien auf jeden Fall dem Flugzeug vorziehen 🙂 Schon allein der Umwelt zuliebe…